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Gewinne aus Fondsanteilen
Veräußerungsgewinne ab 2018 teilweise steuerpflichtig

 

Kursveränderungen bis Ende 2017 bei Fonds im steuerlichen Privatvermögen, die vor 2009 angeschafft worden sind, bleiben auch nach Inkrafttreten der Investmentsteuerreform zukünftig weiterhin steuerfrei. Allerdings sind ab 2018 entstehende Kursveränderungen bei einer zukünftigen Veräußerung oder anderweitigen Gewinnrealisierung steuerpflichtig, soweit ein speziell eingeführter
Freibetrag von 100.000 Euro überschritten wird. Um dieses kompliziert klingende Ergebnis zu erreichen, wurde mit der Investmentsteuerreform folgende Regelung eingeführt:

Mit Ablauf des 31. Dezember 2017 gelten alle Anteile an Investmentfonds im steuerlichen Privatvermögen, die vor 2009 angeschafft wurden, als fiktiv veräußert und mit Beginn des 1. Januar 2018 fiktiv wieder angeschafft. Der fiktive Veräußerungsgewinn beziehungsweise -verlust auf den 31. Dezember 2017 unterliegt nicht der Besteuerung – auch nicht bei einer Veräußerung von
Fondsanteilen in der Zukunft. Wertsteigerungen, die zukünftig zwischen dem fiktiven Anschaffungszeitpunkt 1. Januar 2018 und der tatsächlichen Veräußerung entstehen, unterliegen allerdings bei einem späteren Verkauf grundsätzlich der Abgeltungssteuer. Der Gesetzgeber
hat jedoch für Veräußerungsgewinne von Fondsanteilen, die bereits Ende 2008 zum steuerlichen Privatvermögen gehörten, einen speziellen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro eingeführt.

Beispiel: A hat vor dem 1. Januar 2009 für 100.000 Euro Fondsanteile im steuerlichen Privatvermögen erworben, die auf den 31.12.2017 einen Wert von 170.000 Euro haben. Zu diesem Wert gelten die Fondsanteile fiktiv am 31.12.2017 als veräußert und zum 1.1.2018 als angeschafft.
A veräußert die Fondsanteile im Jahr 2022 insgesamt für 290.000 Euro. Die Wertsteigerung bis zum fiktiven Anschaffungszeitpunkt 1.1.2018 in Höhe von 70.000 Euro ist weiterhin bestandsgeschützt und der Veräußerungsgewinn in 2022 insoweit steuerfrei.

Die Wertsteigerung zwischen dem 1.1.2018 und der tatsächlichen Veräußerung im Jahr 2022 in Höhe von 120.000 Euro ist dagegen grundsätzlich zu versteuern. Wenn der besondere Freibetrag von 100.000 Euro noch nicht durch andere steuerpflichtige Veräußerungsgewinne ganz oder teilweise aufgebraucht ist, sind nach Abzug des Freibetrages 20.000 Euro mit der 25-prozentigen Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zu versteuern.

 

 

 

 

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