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Vorsicht bei Verzicht auf Arbeitgeberdarlehen
Verdeckte Gewinnausschüttung auch bei ehemaligen Gesellschaftern

 

Eine verdeckte Gewinnausschüttung bei Kapitalgesellschaften liegt immer dann vor, wenn die Kapitalgesellschaft ihren Gesellschaftern außerhalb der vereinbarten Gewinnverteilung einen Vorteil zuwendet, der durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist. Steuerlich sind verdeckte Gewinnausschüttungen doppelt ärgerlich, denn zum einen erhöhen sie den zu versteuernden Gewinn der Kapitalgesellschaft und zum anderen hat der bevorteilte Gesellschafter die verdeckte Gewinnausschüttung bei der Einkommensteuer zu berücksichtigen.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung liegt zum Beispiel vor, wenn eine Kapitalgesellschaft auf eine Darlehensforderung gegenüber einem Gesellschafter verzichtet. Ein gewissenhafter Geschäftsführer würde nicht auf eine werthaltige Forderung verzichten, weshalb der Grund für dieses Verhalten in der Gesellschafterstellung gesehen wird.

Im Urteilsfall gewährte eine GmbH ihren Gesellschaftern mehrere Darlehen. Ein Gesellschafter veräußerte seine Beteiligung an der Gesellschaft, das Darlehen blieb jedoch zunächst bestehen. Zwei Jahre nach dem Verkauf verzichtete die GmbH auf das Darlehen und die aufgelaufenen Zinsen gegenüber ihrem ehemaligen Gesellschafter. Die Richter stuften diesen Vorgang als verdeckte Gewinnausschüttung ein, obwohl zum Zeitpunkt des Verzichts keine Gesellschafterstellung mehr vorlag. Sie begründeten dies damit, dass für die Beurteilung einer verdeckten Gewinnausschüttung grundsätzlich auf die Verhältnisse im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses abzustellen ist. Verdeckte Gewinnausschüttungen können somit auch bei ehemaligen Gesellschaftern auftreten, wenn der Verzicht einem Fremdvergleich nicht standhält.

 

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