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Pensionsrückstellungen
Rechnungszins gesetzeswidrig?

 

Unternehmen, die Pensionszusagen an ihre Geschäftsführer und/oder Mitarbeiter erteilt haben, müssen in ihren Jahresabschlüssen Pensionsrückstellungen bilden, sofern nicht externe Versorgungsträger die Leistungen erbringen. Im steuerlichen Jahresabschluss wird für die Berechnung der Pensionsrückstellungen ein vorgeschriebener Zinssatz von sechs Prozent berücksichtigt. Dieser Zinssatz ist seit Beginn der 1980er-Jahre unverändert.

Mit Beschluss aus Oktober 2017 hat das Finanzgericht Köln dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Frage der Verfassungsmäßigkeit des steuerlichen Rechnungszinsfußes in Höhe von sechs Prozent vorgelegt. Nach Auffassung des Finanzgerichts müsse der Gesetzgeber in regelmäßigen Abständen prüfen, ob der Rechnungszinsfuß noch realitätsgerecht sei. Dieser sei seit mittlerweile 35 Jahren unverändert und im heutigen Zinsumfeld so weit von der Realität entfernt, dass eine Überprüfung seitens des Gesetzgebers schon längst hätte stattfinden müssen. Diese fehlende Überprüfung und Anpassung führt nach Auffassung des Finanzgerichts Köln zur Verfassungswidrigkeit.

Wenn das BVerfG den Rechnungszinsfuß für verfassungswidrig hält, muss der Steuergesetzgeber kurzfristig tätig werden. Ein Rechnungszinsfuß von unter sechs Prozent für Pensionsrückstellungen hätte höhere Pensionsrückstellung im steuerlichen Jahresabschluss zur Folge und damit im Ergebnis niedrigere Steuerbelastungen.

Unser Rat
Alle steuerlichen Veranlagungen, die von der Problematik des hohen Zinssatzes für Pensionsrückstellungen betroffen sind, sollten mit Hinweis auf das laufenden Verfahren vor dem BVerfG offen gehalten werden. Ihre SHBB Beratungsstelle kann Sie hierbei unterstützen.

 

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